Schwedische Auerhühner werden zu echten Bürgern in Brandenburg

Anonim

Mit molekulargenetischen Werkzeugen haben Wissenschaftler die Existenz einer Enkelgeneration von Auerhältern im Süden Brandenburgs in Ostdeutschland nachgewiesen. Ein Pilot-Naturschutzprojekt führte diese bedrohten Vögel noch 2012 in die deutschen Naturschutzgebiete Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken ein. Die Gründerpopulation wurde in Schweden wild gefangen und dann nach Brandenburg verbracht.

"Ich freue mich sehr über diesen Erfolg, der die höchsten Erwartungen auch der Projektinitiatoren übertrifft. Dieser Erfolg basiert auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Forstverwaltung unseres Landes, den beiden Naturschutzgebieten, der Bundeswaldverwaltung Lausitz, dem Leibniz-Institut Baden-Württemberg Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und lokale private Waldbesitzer. Ziel der langfristigen Zusammenarbeit ist es, die Lebensräume in den großen Wäldern der westlichen Niederlausitz signifikant zu verbessern ", sagt Jörg Vogelsänger, Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft.

Experten haben die unerwartete Existenz einer Enkelgeneration entdeckt, als sie Federn aus Sandbädern der Auerhähne untersuchten. Genetiker vom IZW in Berlin dokumentierten nicht nur die 60 schwedischen Auerhühner, die bei der Erstveröffentlichung 2012 und 2013 in Brandenburg eingeführt wurden. Sie konnten auch zeigen, dass die Population bereits Nachkommen der ersten und zweiten Generation enthielt. Deshalb sind diese Jungtiere die allerersten echten "Brandenburger" Carpercaillies. Die ursprünglich gebürtige Brandenburger Bevölkerung war 1990 ausgestorben. Zunehmende Sichtungen von Carpercaillen über die Grenzen des Pilotschutzgebiet hinaus bestätigen, dass diese eindrucksvollen Vögel gut etabliert sind und sich in Brandenburg ausbreiten.

Das Carpercaillie-Pilotprojekt lief von 2012 bis 2014. Es bewertete die Erfolgschancen für die Wiedereinführung von Carpercaillies in seinem ehemaligen Lebensraum in der Niederlausitz und wurde wissenschaftlich überwacht. Die hohen Überlebensraten der schwedischen wild gefangenen Vögel liegen deutlich über denen anderer vergleichbarer Projekte, die Tiere verwendeten, die in Volieren oder Käfigen gezüchtet und gehalten wurden. Trotz dieser ersten Hinweise auf eine erfolgreiche Reproduktion von Carpercaillen in Deutschland stellt sich die Frage, ob die derzeitige Anzahl der Tiere ausreicht, um langfristig eine lebensfähige Population zu etablieren. Die derzeitige Population von 30 bis 40 Tieren und deren Nachkommen sendet eine optimistische Botschaft an alle beteiligten Experten und die lokalen Gemeinschaften, die bei der Wiedereinführung behilflich waren. Diese Gründerpopulation ist ein erster großer Schritt in Richtung einer erfolgreichen Wiederansiedlung einer stark gefährdeten Vogelart in Deutschland. Für die Experten ist die Etablierung einer autarken Population von mindestens 100 Tieren das mittelfristige Ziel. Aus diesem Grund wird das schwedische Umweltministerium in den nächsten Jahren dem deutschen Bundesland Brandenburg mehr Karpfen anbieten.

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