"Mudbug" Krabben auf dem Marsch in Berlin-Mitte

Anonim

Sie haben spitze Augen, stachelige rote Krallen und essen fast alles - im Berliner Regierungsviertel ist ein exotischer Krustentier unterwegs.

In den letzten Tagen haben Menschen, die durch den grünen Tiergarten der Hauptstadt in der Nähe der Kanzlei von Angela Merkel schlenderten, berichtet, ungewöhnlich große Krebse, "Hummer" und sogar riesige "Skorpione" entdeckt zu haben.

Was sie bisher gesehen haben, ist eine Invasion des roten Sumpfkrebses (Procambarus clarkii), der in den südlichen Vereinigten Staaten und im nördlichen Mexiko heimisch ist, sagen Biologen.

Die handflächengroßen Tiere haben ihren Klauen Jogger, Hundeführer, Radfahrer und Beamte aus den nahegelegenen Botschaften und Ministerien gewinkt.

Oliver Coleman, ein Krebsexperte aus dem Berliner Naturhistorischen Museum, vermutet, dass ein Aquarienbesitzer sie in den Park geworfen hat, in dem es bereits eine Fülle von Hasen, Füchsen und gelegentlich auch Wildschweinen gibt.

Er sagte, dass viele Sammler die Süßwasserkrebse, auch bekannt als "Louisiana crayfish" oder "mudbug", wegen ihrer tiefroten Farbe, "aber normalerweise nicht sehr lange", schätzen.

"Nach einer Weile in einem Aquarium essen sie alle Pflanzen - und das Aquarium sieht schnell absolut verwüstet aus."

'Invasion'

Die Art gilt als Schädling außerhalb ihrer natürlichen Umgebung, und Wildhüter und Freiwillige haben begonnen, sie mit Netzen zu sammeln, sagte der Berliner Stadtumweltbeauftragte Dirk Ehlert.

Er sagte, dass die Krabben normalerweise nur selten gesichtet werden, weil sie dazu neigen, in Teichen und Seen unter Wasser zu bleiben. Allerdings hätten starke Regenfälle in den letzten Wochen möglicherweise den Wasserhaushalt verändert oder ihre Höhlen ertränkt.

Ökologen der gemeinnützigen Umweltgruppe NABU, die diese Woche sechs Krebse vor der spanischen Botschaft gesehen haben, haben eine andere Theorie.

"Landmigration ist eine Strategie, um neue Lebensräume zu besiedeln", so die Gruppe in einem Bericht und fügt hinzu, dass die Tiere "wegen des Bevölkerungsdrucks" marschieren könnten.

Coleman stimmte zu, dass sie schnelle Züchter seien und sagte AFP, dass "du nur eine Frau mit Eiern brauchst und der Kampf gegen die Invasion vorbei ist".

Die Krabben sind eine traditionelle Delikatesse in Louisiana, wo "Langusten" mit Zitrone, Gewürzen und Gemüse gekocht werden, und sie werden anderswo in Amerika, Europa und Asien gezüchtet.

Aber Ehlert sagte, die deutschen Anti-Wilderei-Gesetze verbieten es den Berliner, sie zu fangen und auf den Grill zu werfen.

Die Krabbe selbst hat keine solchen Bedenken und frisst die Brut von Fischen und Amphibien, mit möglicherweise verheerenden Folgen für die lokale Fauna, sagte der NABU.

Sie können auch native Konkurrenten auf der Suche nach Nahrung übertreffen und sie mit dem Krebspestpilz und anderen Krankheiten anstecken.

Der NABU forderte die Menschen auf, niemals exotische Arten in die Wildnis zu entlassen, und warnte, dass Krebse "dringend verhindert" werden müssen, insbesondere in die Spree- und Havelflüsse der Stadt.

Ehlert, der Berliner Stadtbeamte, sagte, vielleicht hilft die Natur selbst, den Marsch des Lehmbären aufzuhalten.

"Wir konzentrieren uns auf die natürlichen Feinde der Krebse", sagte er und hoffte besonders auf Füchse und Waschbären, die eine Vorliebe für die Kreaturen gezeigt hatten.

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