Lipid-Rezeptor fördert die Infektion der Gebärmutter bei Hunden

Plant Based Symposium: Dr. Neal Barnard (with German subtitles) (Juni 2019).

Anonim

Beim weiblichen Hund können Zellen des Uterus Lipidtröpfchen akkumulieren, um während des späten Metöstrus sogenannte Schaumepithelzellen zu bilden. Diese Zellen produzieren ein Hormon, das an der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter beteiligt ist. Ein Forscherteam vom Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie der Vetmeduni Vienna hat nun erstmals gezeigt, dass der Faktor, der die Zellen bei der Lipidakkumulation unterstützt, auch die Bindung von Bakterien an die Epithelzellen erleichtert, was zu schweren Infektionen des Uterus führt bei weiblichen Hunden. Zwei Studien zu diesem Thema wurden in den Zeitschriften Anatomia, Histologia, Embryologia und Theriogenologie veröffentlicht.

Die Epithelzellen bilden die innere Schutzschicht der Uterusmembran und sind für die Prozesse der Rezeption und Transduktion in der Zellsignalisierung verantwortlich. Diese wichtige Zellschicht verändert sich bei Hunden im Verlauf des Östruszyklus. Während der rezeptiven Phase beginnen die Epithelzellen, Fettstoffe zu akkumulieren, die als Lipide bekannt sind. Diese Lipidansammlungen geben den Zellen ein schaumiges Aussehen, weshalb sie dann als schaumige Epithelzellen bezeichnet werden.

Schäumende Epithelzellen bereiten den Uterus auf eine mögliche Schwangerschaft vor

Bei Menschen und anderen Säugetieren zeigen schaumige Epithelzellen eine pathologische Veränderung. Bei Hunden spielen sie jedoch eine wichtige Rolle. "Die schaumartigen Epithelzellen produzieren wie andere lipidakkumulierende Zellen ein hormonähnliches Protein namens Leptin", erklärt Studienleiterin Cordula Gabriel vom Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie der Vetmeduni Vienna. "Leptin spielt eine Rolle bei der Implantation des Embryos und der Bildung einer funktionellen Plazenta." Die Lipidansammlungen könnten auch eine Rolle bei der Ernährung des Embryos spielen. Die Bildung von schaumigen Epithelzellen scheint somit für eine erfolgreiche Schwangerschaft bei Hunden von Bedeutung zu sein. Die Veränderungen scheinen auch mit den üblichen Phänomenen der Pseudoschwangerschaft bei nicht trächtigen Hunden in Verbindung zu stehen.

Lipidrezeptoren ziehen Bakterien an

In ihrer Studie entdeckten Gabriel und ihr Team einen weiteren möglichen Mechanismus, um zu erklären, wie die Epithelzellen Lipide ansammeln. Die Zellen enthalten einen spezialisierten Lipidrezeptor, bekannt als Scavengerrezeptor B1, in ihrer Membran. Scavenger-Rezeptoren binden lipidartige Verbindungen aus dem Blut, die dann von der Zelle aufgenommen werden können. Der Rezeptor führt genau dieselbe Funktion in den Zellen der Leber aus. Erstmals gelang es den Forschern, die Anwesenheit dieser Signalwandler in schaumigen Epithelzellen nachzuweisen.

Gabriel beschreibt auch, wie Krankheitserreger, wie Bakterien, diesen Rezeptor nutzen und eine schwere Entzündung der Gebärmutter verursachen können. Sie vermutet, dass Pyometra, eine potenziell tödliche eitrige Entzündung des Uterus, durch Bakterien verursacht wird, die an den Rezeptor auf den schäumenden Epithelzellen binden. Pyometra tritt oft genau in der gleichen Phase des Östruszyklus auf, in dem die schaumartigen Epithelzellen vorhanden sind.

Bakterien-Rezeptor-Interaktion als mögliche Ursache für Pyometra

Die schaumartigen Epithelzellen sind bis zur späten Phase des Östruszyklus im Uterus vorhanden. Dies führt zu einem langen Zeitraum (über 60 Tage), in dem die Bakterien an den Rezeptor binden und das Gewebe infizieren können. Gabriel konnte zeigen, dass Zellen von entzündetem Gewebe häufiger Scavenger-Rezeptoren produzieren als gesunde Zellen. "Die Bindung von schaumigen Epithelzellen ist hilfreich für eine mögliche Schwangerschaft. Gleichzeitig wird aber die Oberfläche der Membran anfälliger für Krankheitserreger", sagt Gabriel.

Unbekannte Funktion am "falschen" Pol der Zellen

Epithelzellen haben eine ganz besondere Struktur. Sie sind polar, dh sie haben zwei Pole und eine Art von oben und unten. Die nach außen gerichtete Seite wird als apikal bezeichnet, die nach innen gerichtete Seite als basal. Für die Ansammlung von Lipiden wäre es nur notwendig, den Rezeptor auf der basalen Seite der Zelle zu haben. Aber es ist auch auf der Oberseite vorhanden. Wenn die Anwesenheit des Rezeptors auf die Basalmembran der Epithelzellen beschränkt wäre, hätten Bakterien eine geringere Chance, mit den Zellen zu binden. Die Funktion des apikalen Signalwandlers bleibt unklar. Eine Möglichkeit ist, dass es eine Rolle bei der Sekretion der angesammelten Lipide spielt, um den Embryo im Falle einer Schwangerschaft zu ernähren. Sie könnten aber auch als Signalrezeptoren in der Gebärmutteroberfläche für den implantierenden Embryo dienen.

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