Kann nachhaltige Entwicklung mit dem derzeitigen Wirtschaftswachstum koexistieren?

Anonim

Neue Forschungen konfrontieren den Elefanten im Raum - das "Trilemma" des Bevölkerungswachstums, des Wirtschaftswachstums und der ökologischen Nachhaltigkeit - und enthüllen die große Unvereinbarkeit aktueller Modelle wirtschaftlicher Entwicklung mit ökologischer Nachhaltigkeit.

Mit Hilfe von Daten aus der ganzen Welt wurden die Volkswirtschaften und die Nutzung natürlicher Ressourcen von einem internationalen Team von Wissenschaftlern unter Verwendung eines mathematischen Modells genau untersucht.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass, solange unser Wirtschaftssystem seine derzeitige Struktur beibehält und das Bevölkerungswachstum anhält, es sowohl Hoch- als auch Niedrigeinkommensländern nicht gelingen wird, ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen.

Die Studie, die heute in den Proceedings der National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, wird von Professor Graeme Cumming vom ARC Center of Excellence für Korallenriff-Studien an der James Cook University geleitet.

"Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis, dass wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung letztendlich zu ökologischer Nachhaltigkeit führen werden", sagte Hauptautor Prof. Cumming.

"Während Länder mit hohem Einkommen einen nachhaltigeren Lebensstil zu unterstützen scheinen, konsumieren sie in der Praxis mehr Ressourcen pro Kopf als einkommensschwache Länder."

"Es ist nur so, dass ihre ökologischen und ökonomischen Auswirkungen an anderen Orten spürbar sind."

Die Forscher fanden heraus, dass Muster der Ressourcennutzung sowohl für Hoch- als auch für Niedrigeinkommensländer vorhersehbare Umweltauswirkungen widerspiegeln.

Länder mit hohem Einkommen sind oft stärker auf nicht-extraktive Industrien wie Produktion und Dienstleistungen angewiesen, verbrauchen aber auch mehr pro Kopf und importieren mehr Rohstoffe.

Im Gegensatz dazu sind die Bevölkerungen in einkommensschwachen Ländern stärker von Rohstoffindustrien wie Landwirtschaft, Holzeinschlag und Bergbau abhängig, weisen jedoch niedrigere Pro-Kopf-Verbrauchsraten und ein höheres Bevölkerungswachstum auf.

Zum Beispiel sind schätzungsweise 500 Millionen Menschen weltweit auf die Güter und Dienstleistungen angewiesen, die von gesunden Korallenriff-Ökosystemen bereitgestellt werden. Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits eine Bedrohung für die Existenzgrundlagen und ein möglicher ökologischer Kollaps, der über Eingriffe hinausgeht.

"Rückkopplungen zwischen Einkommen und Bevölkerungswachstum zwingen die Länder weiter von der Nachhaltigkeit", sagte Co-Autor Professor Stephan von Cramon-Taubadel von der Universität Göttingen.

"Als Gesellschaft müssen wir Wege finden, wirtschaftliche Entwicklung und gute Lebensstandards mit ökologischer Nachhaltigkeit vereinbar zu machen. Wir können dieses Wissen nutzen, um das Wirtschaftswachstum in Richtung Win-Win-Ergebnisse für Mensch und Umwelt zu lenken."

Die Forscher argumentieren, dass ein Schlüssel zur Erreichung dieses Ziels die Umstrukturierung des Wirtschaftssystems ist, insbesondere in weniger wohlhabenden Ländern, in denen ein schnelles Wirtschaftswachstum zu einem deutlichen Rückgang der Lebensqualität führen kann.

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