Aktive Teilnahme an Gruppenjagden ermöglicht den Zugang zu Schimpansen

Anonim

Wilde Schimpansen des Taï Nationalparks, Elfenbeinküste, jagen in Gruppen, um Affen zu fangen. Ein internationales Team von Forschern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig stellte fest, dass das Schimpansenjagdverhalten durch die Beobachtung von Gruppenjagden und Fleisch-Sharing ein kooperativer Akt ist, der den Teilnehmern einen fairen Anteil an der Beute einbringt.

"Der Schimpansenjagd-Erfolg hat zugenommen, als mehr Schimpansen vor Beginn der Jagd an der Jagd oder an gemeinsamen Beutetieruntersuchungen teilgenommen haben", sagt Liran Samuni vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und Erstautor der Studie. "Das Teilen von Fleisch nach erfolgreichen Jagden förderte die Jagdbeteiligung, da sich die Beutefänger häufiger mit Jägern als mit Nichtjägern befassten, trotz ähnlicher Bettelversuche."

Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass das Schimpansenjagdverhalten mit der Aktivierung von Oxytocin assoziiert ist, einem Neurohormon, das als Vermittler kooperativen Verhaltens bei Menschen und anderen Tieren etabliert ist. Die Oxytocinaktivierung während der Schimpansenjagd ist ein möglicher Mechanismus, der die kooperative Jagd erleichtert. "Unsere neue Studie liefert eine starke Unterstützung für den kooperativen Charakter des Jagdverhaltens bei einigen wilden Schimpansen, wahrscheinlich begünstigt durch neuroendokrine Mechanismen und Verhaltensmechanismen", sagt Seniorautor Roman Wittig.

Wie bei Menschen ist der Jagderfolg wahrscheinlich motivations- und leistungsabhängig, mit wenig Garantie dafür, dass sich die in die Jagd investierte Anstrengung auszahlen wird. Ein Mechanismus, bei dem aktive Jagdteilnehmer, die die Beute nicht gefangen haben, immer noch mit Fleisch, einer sehr wertvollen Nahrungsquelle, belohnt werden, unterstützt die zukünftige Zusammenarbeit, um die Leistung möglicherweise zu steigern.

Die gemeinsame Verwendung von Fleisch gewährleistet eine besser vorhersehbare Zugänglichkeit des Fleisches während des gesamten Jahres, was die Entwicklung des menschlichen Gehirns und die Merkmale der Lebensgeschichte beeinflusst haben könnte. Wenn die Kooperation in der Jagd und der Zugänglichkeit von Fleisch die Merkmale der Lebensgeschichte der Menschen geprägt hat, zeigt diese Studie, dass ähnliche Selektionsdrücke auch bei der Gestaltung von Merkmalen der Lebensgeschichte von Schimpansen wirken können, so die Forscher.

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